Sex + Texting = Sexting

Worum es beim Sexting geht, ist mit etwas Sprachgefühl schnell zu erfassen: Sex + Texting = Sexting!

Der englische Begriff ‚Texting‘ steht dabei für das Simsen, SMS-Versenden, WhatsAppen usw. – also das Versenden von Kurztexten und Bildern über Smartphone oder Tablet. Welche App dabei zum Einsatz kommt, ist egal, wichtig sind einzig und allein die sexy Inhalte!

Die genaue Definition bleibt jedem selbst überlassen: Für den einen zählt schon eine charmante zweideutige Anspielung als Sexting, für den anderen vielleicht die blumig formulierte Erinnerung an das letzte gemeinsame Treffen und für wieder andere zählen nur expliziter Dirty Talk und Fotos mit viel nackter Haut in diese Kategorie.

 

Die virtuellen Liebeleien der Digital Natives

Studien zufolge sind es vor allem die ‚Digital Natives‘, also die mit dem Internet aufgewachsenen Menschen unter Dreißig, die Sexting praktizieren. Laut einer amerikanischen Studie haben:

  • 20 % aller Jugendlichen im Alter von 13-19 Jahren und
  • 59 % aller jungen Erwachsenen im Alter von 20-26 Jahren schon einmal heiße Kurznachrichten verschickt.

Zudem haben

  • 48 % aller Jugendlichen und
  • 64% aller jungen Erwachsenen schon einmal erotische Mitteilung auf dem Smartphone erhalten.

Eine britische Studie zählt, je nach Definition,

  • 15-40 % aller jungen Menschen als bekennende Sexting-Fans und geht davon aus, dass
  • auch ein Großteil derer, die dies verneinten, dennoch Sexting betreiben.

Allerdings sind die virtuellen Ein- und Zweideutigkeiten keineswegs ein Privileg der Jugend: Eine repräsentative, alle Altersgruppen umfassende Studie aus den USA zeigt, dass

  • 88 % der 18-82jährigen Befragten mindestens einmal gesextet hatten.
 

Sexting: Warum – oder vielmehr: Warum nicht?

Die Frage nach dem ‚Warum‘ ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Sexting ist sexy! Ob Text oder Bild – die heißen Kurznachrichten sind ebenso anregend wie erregend und bieten eine interessante Möglichkeit, Erotik zu erleben.

Für das Medium SMS/Kurznachrichten-App spricht so einiges:

  • Manchmal ist Telefonsex keine Option, weil es Mithörer gibt oder die zeitliche Abstimmung schwierig ist.
  • Manche Menschen finden am Hörer einfach nicht die richtigen Worte.
  • Oft sagen Bilder mehr als tausend Worte – gerade wenn man vor Leidenschaft gar nicht die Zeit hat, so viel zu tippen
  • Viele genießen den Reiz, eine erotische Nachricht „bei sich tragen“ zu können.
 

Wer mit wem, oder: Wie findet man einen Sexting-Partner?

Sexting-Partner können auf ganz verschiedene Weise miteinander verbunden sein. Ob Sie Ihr Gegenüber persönlich kennen oder nicht, ob Sie sich auch im realen Leben kennenlernen möchten oder den Reiz der Anonymität vorziehen, ob Sie in einer Fernbeziehung leben oder seit Jahren zusammenleben – alle Varianten haben etwas für sich!

Sexting pur – anonym & rein virtuell

Das Internet bietet jedem die Möglichkeit, sich auf eine Art und Weise auszuleben, wie es im realen Leben oft nicht möglich ist. Namen, Profilbilder, Geschichten – das alles bleibt Ihrer Fantasie überlassen. Wer möchten Sie sein, wie möchten Sie dem anderen begegnen, was geben Sie preis?

Vielleicht finden auch Sie online einen Menschen, der genau auf Ihrer erotischen Wellenlänge liegt und mit dem Sie beim Sexting erotische Momente genießen können, ohne dass je mehr daraus werden muss oder soll? Oder vielleicht wird doch mehr daraus?

Sexting beim Online-Dating

Wer online auf Partnersuche ist, hat – je nachdem, auf welcher Plattform er/sie unterwegs ist – durchaus Chancen, den virtuellen Flirt zum heißen Sexting auszuweiten. Warum nicht einfach mal online testen, ob und wie es später offline laufen könnte? Hier zählt vor allem Taktgefühl: Was bei Tinder, Friendfinder & GayRomeo gut ankommen mag, kann bei Elitepartner & Co . voll daneben sein. Und vor allem gilt es, die Reaktionen des virtuellen ?Gegenübers richtig einzuschätzen! Das berühmt-berüchtigte ‚dick pick‘ ist in den allermeisten Fällen eine ausgesprochen schlechte Gesprächseröffnung!

Sexting in Fernbeziehungen

In der heutigen mobilitäts-orientierten Welt gibt es immer mehr Paare, die nicht nur über Wochen, sondern auch Monate und Jahre auf Distanz leben und lieben. Ob „nur“ 100 Kilometer oder ganze Ozeane zwischen den Liebenden liegen, spielt dabei keine Rolle:

Alternativ zum klassischen Telefonsex bietet das Sexting eine virtuelle Alternative, um die Flamme der Leidenschaft wachzuhalten und intime Momente miteinander zu teilen.

Sexting als besonderer Reiz für Paare

Natürlich dürfen auch Paare ohne Fernbeziehung Spaß am Sexting haben! Erotische Kurznachrichten bieten auch eine charmante Bereicherung für den Beziehungsalltag – egal wie lange Sie schon zusammen sind, ob Sie zusammen wohnen, verheiratet sind, Kinder haben …

Nutzen Sie den diskreten Charme heißer Kurznachrichten, um Ihren Alltag mit einer Prise Erotik zu würzen:

  • Was glauben Sie, wieviel unterhaltsamer langwierige Familienfeierlichkeiten und Kindergeburtstage werden, wenn man sich – natürlich betont beiläufig, siehe Sexting-Etiquette! – auf dem Handy heiße Nachrichten zuschickt?
  • Zeigen Sie Ihrer/Ihrem Liebsten, dass Sie an sie/ihn denken: Ein sexy Foto aus der Mittagspause wärmt das Herz!
  • Wollen Sie es mal wieder so richtig krachen lassen? Eine verheißungsvolle Nachricht auf der Heimfahrt weckt die Vorfreude auf einen heißen Abend!
  • Selbst wenn Sie gemeinsam im Zug nach Hause fahren, spricht nichts dagegen, die Liebste bzw. den Liebsten hemmungslos virtuell anzuflirten und aufzureizen, bevor Sie dann beide mit hitzigen Wangen ins heimische Schlafzimmer eilen!

Sexting-Etiquette: So kommt Ihr heißer Text garantiert gut an!

Beim Sexting gilt derselbe Grundsatz wie bei allen Liebesdingen:

Hier gilt es sowohl zwischenmenschliche Feinheiten wie auch technische Fettnäpfchen zu beachten – und auch in Sachen Texting-Slang sollten Sie sich gut auskennen!

Von Mensch zu Mensch

Denken Sie stets daran, dass am anderen Smartphone ein Mensch sitzt und begegnen Sie diesem ebenso mit ebenso viel Respekt und Einfühlungsvermögen wie im wirklichen Leben:

  • Wissen, was geht: Versichern Sie sich, dass Ihr Gegenüber dieselben Absichten hat wie Sie! Was geht und was nicht, hängt von vielen Faktoren ab: auf welcher Plattform Sie einander begegnen, ob und wie lange Sie sich schon kennen, ob und wie intensiv Sie schon geflirtet haben… Sexting macht nur Spaß, wenn zwei Erwachsene darauf Lust haben – bleiben Sie stets im Rahmen des Gesetzes!
  • Timing ist alles: Niemand ist überall und jederzeit in der Stimmung für erotische Abenteuer. Testen Sie vorsichtig an, ob Ihr Gegenüber gerade für ein virtuelles Tête-à-Tête zu haben ist und vertagen Sie sich im Zweifel lieber auf einen Zeitpunkt, wo Sie beide ungestört sind und einander volle Aufmerksamkeit schenken können.
  • wissen, was der/die andere mag: Jeder Mensch ist individuell und hat ganz besondere Vorlieben und Abneigungen. Was den einen antörnt, kann dem anderen total die Lust verhageln. Daher sollten Sie beim Sex wie beim Sexting nichts übereilen und sich langsam aneinander herantasten, einander kennenlernen und in Erfahrung bringen, welche Knöpfchen es – real oder virtuell – zu drücken gilt!
  • Spannung aufbauen: Ein virtueller Quickie funktioniert – mangels Haptik – deutlich weniger gut als im realen Leben. Umso wichtiger ist es, einen schönen Spannungsbogen aufzubauen und sich von zarteren zu immer intensiveren und ggf. auch härteren Zärtlichkeiten vorzutasten. So bringen Sie Ihr Gegenüber in Stimmung – wer dagegen zu früh zu viel preisgibt, läuft in Gefahr, seine/n Partner/in zu überrumpeln oder sich verbal zu früh zu verausgaben.
  • blumig vs. vulgär: Sowohl in Worten wie auch Bildern gilt es, die richtige Ebene zu finden. Was möchten Sie auf Bildern zeigen oder lieber verbergen, was sehen oder lieber erahnen? Wie benennen Sie Körperteile, wie beschreiben Sie, was Sie tun und was Sie sich wünschen? Kindisch-beschämte Blümchenmetaphern sind beim Sexting zumeist ebenso fehl am Platz wie grobe Vulgaritäten – es sei denn, gerade DAS törnt Sie beide besonders an!
  • Missverständnisse vermeiden: Erotische Zweideutigkeiten sind eine Sache, Missverständnisse eine andere. Gerade ironische Bemerkungen können schnell missverständlich wirken und ein Zwinker-Smiley macht die Sache nicht immer besser! Was bei einer vielsagenden Einladung gut funktioniert, kann im anderen Formulierungen unpassend und kann als Auslachen rüberkommen.
  • Safe Words: Auch beim virtuellen Liebesspiel kann ein ‚Safe Word‘ hilfreich sein. Das gilt sowohl für unerwartete Unterbrechungen wie auch für Missverständnisse – wenn Sie sich verletzt fühlen oder das Gefühl haben, missverstanden worden zu sein, können Sie in einer kurzen Auszeit alles Nötige klären, bevor Sie sich wieder virtuell in die Arme schließen.

Zusätzlich zu den ganz grundsätzlichen, zwischenmenschlichen Aspekten sind beim Sexting einige ganz besondere Feinheiten zu beachten. Schließlich sind Ihre privaten Nachrichten ja nicht für aller Augen bestimmt! Wir erklären, auf welche technischen Fettnäpfchen Sie achten sollten, damit die Privatsphäre gewahrt bleibt und es für alle Beteiligten ein rundum befriedigendes Erlebnis wird!

SMS-Kürzel für Sexting-Profis

Der heiße Austausch via Smartphone lebt vom regen Hin und Her: Allzu lange Pausen können die Stimmung schnell erkalten lassen, insofern ist schon ein gewisses Tipp-Tempo (oder, wenn man ungestört ist, eine gute Spracherkennung) erforderlich.

Daher verwundert es nicht, dass gerade beim Sexting viele Kürzel genutzt werden, um die Sache frech & sexy auf den Punkt zu bringen.

Eröffnen Sie doch mal mit einem vielsagenden BIALZHA und senden Sie der Partnerin ein *sg*. Na, geht sie darauf ein? Vielleicht gibt sie sogar ein kleines Geheimnis preis und antwortet: HUND – welchen Mann würde das nicht locken? Lassen Sie wissen, wen Sie am liebsten bei sich hätten: ALDI, und nein, wer da an Discount-Märkte denkt, liegt ganz falsch. Ganz im Gegenteil – jetzt geht’s gleich zur Sache: MaDiNa! Wenn die Hüllen dann gefallen sind, signalisiert Ihnen Ihre Süße sicher bald DDR – dann ist’s auch nicht mehr weit bis zum EDV, wo Sie mal kurz das Smartphone aus der Hand legen müssen. Und warum aufhören, wenn’s am schönsten ist? iksw lädt charmant zu einer zweiten Runde ein und wenn Sie diese vom virtuellen in den realen Raum verlegen wollen, heißt es dann – FKK.

BIALZHA: Bin allein zu Hause

HUND: Habe unten nichts drunter

*sg*: schelmisches Grinsen

ALDI: am liebsten Dich

MaDiNa!: Mach Dich nackig!

DDR: Du darfst rein

EDV: Ende der Vernunft

iksw: ich könnt schon wieder…

FKK: Fahr Kondome kaufen

Wer international erotisch anbandelt, sollte auf die üblichen englischen Abkürzungen beherrschen: Wenn Sie ein freizügiges Foto geschickt bekommen, heißt es sicherlich FYEO – da sind Sie natürlich ganz der Gentleman und überhaupt, wer wollte sein süßes Geheimnis schon mit anderen teilen? Wenn sich Ihnen eine Szene besonders gefällt, dürfen sie mit PTMM gern mehr Details erbitten – und wenn’s dann richtig zur Sache geht, gibt’s nur eins: smd! Wann Sie Ihre Sexting-Partnerin wiedersehen möchten, ist klar – asap, und verabschieden können Sie sich mit einem charmanten BBB. Wer Sie jedoch anflirtet und dann hängen lässt, ist ganz klar eine b* – beenden Sie das Gespräch ohne noch weiter Zeit zu verschwenden und schauen Sie sich anderweitig um: Im virtuellen Raum des World Wide Web gibt es genügend andere Gesprächspartnerinnen – für beiläufige Plaudereien ebenso wie für heißes Sexting!

FYEO: For your eyes only

PTMM: Please tell me more

smd: suck my dick

asap: as soon as possible

BBB: Bye-Bye Baby

b*: bitch

 

 

Ganz wichtig beim Sexting: Privatsphäre!

Wie bei allen Liebesangelegenheiten, so gilt auch beim Sexting: Privates sollte auch privat bleiben!

Grundsätzlich sind weder Sex noch Sexting etwas, wofür man sich schämen müsste. Dennoch können Ihre erotischen Texte und Bilder – wenn Sie in die falschen Hände gelangen – gegen Sie verwendet werden.

Daher möchten wir Sie sensibilisieren und informieren, damit Sie sich vor Missbrauch schützen können! 

Trau, schau wem!

Denken Sie genau darüber nach, mit wem Sie erotische Fotos und Nachrichten austauschen möchten. Je weniger Sie Ihr Gegenüber kennen, desto weniger können Sie einschätzen, welche Ziele er/sie verfolgt.
  • Identität prüfen: Ist Ihr Sexting-Partner der/diejenige, der er/sie behauptet zu sein? Wenn eine Person, in die Sie schon lange heimlich verliebt sind, Ihnen aus heiterem Himmel eine Einladung zum Sexting schickt, können Sie den Jackpot erwischt haben – oder Sie laufen Gefahr, einem bösen Scherz und schlimmstenfalls einem Erpressungsversuch zum Opfer zu fallen. Auch beim anonymen Sexting mit Unbekannten sollten Sie davon ausgehen, dass die Angaben (Profilangaben, Ihnen gegenüber gemachte Aussagen) nicht notwendigerweise wahr sind.
  • Erpressung: Sexting-Partner, die hartnäckig auf Informationen und Bilder drängen, sind möglicherweise weniger auf einen Flirt als auf Erpressung aus.
  • Rache: Auch bekannte Sexting-Partner können nach Trennungen oder anderen Konflikten Ihr Vertrauen missbrauchen und private Texte/Bilder veröffentlichen. Dies erscheint Ihnen heute vielleicht undenkbar, ist allerdings so häufig, dass es sogar einen eigenen Begriff dafür gibt – ‚Revenge Porn‘.
  • Angeben / Bloßstellung „aus Spaß“ / Mobbing: Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass privat zugesandte Nachrichten und Aufnahmen auch privat bleiben – ist es aber leider nicht. Ob zum Angeben („Ey, schau mal, was ich für’n heißes Teil aufgerissen hab!“) oder aus Spaß, der leicht ins Mobbing umkippt – unangenehm für die bloßgestellte Person ist es allemal.
    • Eine Umfrage unter knapp 6.000 Erwachsenen im Alter von 21-75 Jahren hat ergeben, dass jede vierte Sexnachricht nicht geheim bleibt. Im Schnitt wird die Nachricht noch weiteren 3,2 Personen gezeigt.
    • Eine Umfrage des österreichischen Portals saferinternet.at unter 500 Jugendlichen im Alter von 14-18 Jahren ergab, dass 46% jemanden kennen, der negative Erfahrungen mit Sexting gemacht hat: Am häufigsten wurden Fotos im Freundeskreis weitergegeben (81%), andere wurden verspottet (55%) und in 14% der Fälle kam es zu Erpressungsversuchen.

Halten Sie sich bedeckt!

 Je mehr persönliche (=identifizierbare) Informationen Sie preisgeben, desto mehr potentielle „Angriffsfläche“ bieten Sie. Dies gilt grundsätzlich für die Frage, wieviel von sich Sie preisgeben bzw. zeigen wollen und ganz besonders für markante, identifizierbare Elemente.
  • Pseudonym: Beim Sexting mit Unbekannten sollten Sie nicht Ihren echten Namen verwenden, sondern sich ein Pseudonym zulegen. Achten Sie darauf, dass dieses nicht mit Ihren anderen Online-Profilen in Verbindung gebracht werden kann!
  • persönliche Daten: Halten Sie Ihre persönlichen Daten beim Sexting mit Unbekannten geheim. Auch wenn die Information „bei H&M“ zu arbeiten nicht sonderlich markant erscheint – in Verbindung mit vielen anderen Daten, die im Lauf der Zeit vielleicht ausgetauscht werden (Studium, Wohnort, Pendelroute, Urlaube…), lässt die Kombination vieler kleiner Hinweise oft einen Rückschluss auf Ihre Identität zu. Die schlanke kurzhaarige Brünette, die Anglistik studiert hat, in Köln bei H&M arbeitet + diesen Sommer auf Musikfestival XYZ war, lässt sich mit einigem Aufwand nämlich durchaus finden! Dies gilt umso mehr, je kleiner Ihr Wohnort ist und je ungewöhnlicher Ihr Studienfach/Beruf und Hobbys sind.
  • klare Grenzen setzen: Jeder entscheidet selbst, wie viel er zeigt. Ob Sie Bilder versenden und wenn ja, wie freizügig, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wer Sie drängt, mehr preiszugeben, als Sie möchten, hat offenbar wenig Respekt für Sie als Person – suchen Sie sich lieber einen respektvolleren Sexting-Partner!
  • Gesicht verbergen: Achten Sie darauf, auf Fotos nicht Ihr Gesicht zu zeigen. Dies gilt umso mehr, je weniger Sie bekleidet sind Insbesondere Frauen müssen damit rechnen, dass versandte Nacktbilder herumgezeigt und/oder im Internet geteilt werden – und selbst in der heutigen Zeit droht dann oft das berühmt-berüchtigte ‚Slut Shaming‘.
  • Tattoos/Piercings/Narben/Muttermale verbergen: Ebenso wie das Gesicht sollten Sie auf intimen Fotos auch auffällige und somit potentiell identifizierbare Tätowierungen und Piercings sowie markante Narben und Muttermale verbergen – kurz gesagt, alle äußeren Merkmale, an denen man Sie identifizieren könnte.
  • Bildhintergründe beachten: Achten Sie auch darauf, dass im Hintergrund Ihrer Bilder keine markanten Aussichten, Einrichtungsgegenstände oder Dokumente zu sehen sind, anhand derer man Sie potentiell identifizieren könnte.

Vorsicht vor Privatsphäre-Fettnäpfchen!

Beim Sexy Texting drohen auch einige technische Fauxpas, die Ihre Privatsphäre bzw. die Ihrer Sexting-Partner kompromittieren könnten. Beim Austausch erotischer Nachrichten gilt es zunächst darauf zu achten, dass sie an den Richtigen gehen:

  • Empfänger checken – am besten 2x! Das Ihre erotische Nachricht nicht an Ihren Chef, den Hausmeister oder gar ein Familienmitglied gehen sollte, ist klar – und doch kann genau dies sehr leicht geschehen. Dies gilt insbesondere:
    • wenn Ihr Sexting-Partner denselben Vornamen hat wie andere Kontakte – setzen Sie ggf. ein Sonderzeichen davor!
    • wenn Sie parallel mehrere Chats führen und/oder
    • wenn mitten im Gespräch die Nachricht eines Unbeteiligten ‚aufploppt‘.

Widmen Sie Ihrer/m Liebsten lieber Ihre volle Aufmerksamkeit und vergewissern Sie sich vor dem Absenden, dass Ihre Nachricht die/den Richtige/n erreicht!

  • Vorsicht mit SnapChat: Via SnapChat lassen sich Bilder verschicken, die mit kurzen Texten versehen werden. Der besondere Reiz dieser App: Jedes Bild bleibt nur für ein paar Sekunden sichtbar, bevor es verschwindet. Also geradezu perfekt für aufregende Selfies, die nur für eine ganz bestimmte Person gedacht sind! Allerdings lassen sich die Bilder u.a. mittels Screenshots speichern – und damit ist die versprochene Flüchtigkeit der Bilder natürlich dahin, sie können herumgezeigt + weiterversandt / veröffentlicht werden. Zudem lassen sich versandte SnapChat-Fotos in der Ordnerstruktur des Handys finden – auch beim Handy-Diebstahl droht hier Gefahr!

Die Vorsorge gegen klassische Fettnäpfchen betrifft auch die Momente, in denen Sie gerade NICHT mit dem Austausch erotischer Nachrichten beschäftigt sind

  • Sperrbildschirm sichern: Wer häufig Sexting-Nachrichten erhält, sollte diese nicht auf dem Sperrbildschirm des Handys anzeigen lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass ein vorbeigehender Dritter die Mitteilung liest – bspw. wenn ein Kollege am Schreibtisch vorbeigeht, auf dem das Handy liegt.
  • Tastensperre einschalten: Einen Anruf oder gar eine SMS „aus der Hosentasche“ hat wahrscheinlich jeder schon einmal bekommen bzw. sogar selbst abgesandt. Aktivieren Sie die Tastensperre, um diesen typischen Smartphone-Fauxpas (eng. pocket dialing) zu vermeiden! Dies gilt umso mehr, wenn Sie erotische Fotos auf dem Handy haben oder zweideutige Texte verschicken – die sollten natürlich nicht versehentlich auf Facebook hochgeladen werden!
  • Vorsicht mit der Auto-Vervollständigung: Die ‚Smartness‘ unserer Smartphones beinhaltet auch, dass die Autokorrektur und die Vervollständigungsfunktion aus unserem Schreibverhalten lernen. Wörter und Wortfolgen, die wir häufig verwenden, werden in das Vokabular aufgenommen und bei der nächsten Möglichkeit vorgeschlagen. Wer beim Sexting häufig von „knackigen Hintern“ bzw. „prallen Brüsten“ schreibt, sollte seine nicht-erotischen Nachrichten vorm Versenden besonders aufmerksam durchlesen, um nicht ungewollt unangemessene Begriffe zu senden.
  • Vorsicht beim Versenden von Bildern: Heutzutage ist es unglaublich einfach, Bilder aus dem Foto-Ordner in mobile Nachrichten einzufügen. Wer intime Fotos von sich (oder anderen!) auf dem Handy hat, sollte bei der Auswahl der Bilder besonders vorsichtig sein – andernfalls genügt ein leichtes Verrutschen des Daumens und schon haben alle Mitglieder der Abteilungs-WhatsApp-Gruppe ein Nacktfoto von Ihnen! Besser ist ein passwortgeschützter Ordner!
  • Vorsicht beim Scrollen durch den Foto-Ordner: Wenn man ein schönes Foto gemacht hat und dem Arbeitskollegen das Handy reicht, damit er es sich anschauen kann, kommt es häufig vor, dass dieser (ob nun aus purer Gewohnheit, harmloser oder böswilliger Neugier) aufs nächste Bild weiterscrollt. Ein einfacher Trick ist es, leicht in das zu zeigende Bild reinzuzoomen – dann funktioniert das instinktive Seitwärts-Wischen nämlich nicht. Noch sicherer ist ein passwortgeschützter Ordner!

Schutz bei Diebstahl und Verlust des Smartphones

Dass Sie Ihr Smartphone nach Möglichkeit sicher verstauen + stets im Blick haben sollten, versteht sich von selbst. Aber was, wenn das Gerät trotz aller Vorsicht verloren geht bzw. gestohlen wird?

Oft schmerzt der Verlust der darauf befindlichen Daten mindestens genau so sehr wie der Verlust des Handys an sich – und das gilt ganz besonders für Sexting-Fans.

Mit einigen Vorkehrungen können Sie verhindern (oder zumindest erschweren), dass Ihre intimen Texte und Fotos in fremde Hände gelangen. Dies gilt nicht nur für Verlust und Diebstahl, sondern auch Bekannte, die das Handy im Scherz entwenden, um über Ihre ‚peinlichen Bilder‘ zu lachen.

  • PIN einrichten: Schützen Sie Ihre Handydaten vor unberechtigtem Zugriff, indem Sie eine PIN (iPhone) bzw. die Verschlüsselung aktivieren (Android). Besonders sicher ist es, nicht nur eine vierstellige Zahl (Standard) als PIN zu verwenden, sondern ein komplexeres alphanumerisches Passwort zu verwenden.
  • Passwortschutz für sensible Fotos: Eigene oder vom Sexting-Partner zugesandte Nacktfotos sollten Sie in einem separaten Ordner ablegen, der mit einer App wie bspw. KeepSafe geschützt wird. Der Zugriff ist dann nur mit Passwort möglich – und natürlich sollten Sie ein sicheres Passwort vergeben!
  • PIN + Passwörter nach Trennung ändern: Wenn Sie hauptsächlich mit Ihrem Partner Sexting-Nachrichten austauschen, sollten Sie nach einer Trennung PIN + Passwörter wechseln, um möglichen Racheaktionen zuvorzukommen. Dies gilt umso mehr, wenn Ihr Partner Sie beim Sexting mit Dritten ertappt! Ein Passwort-Wechsel ist nicht nur angeraten, wenn Sie Ihrem Partner/Ex das Passwort verraten haben, sondern auch, wenn es leicht zu erraten ist – Ihr Geburtstag, der Name des Haustiers, der Lieblingsband o.ä.

So wird das Sexting richtig gut: Unsere Tipps für Profis

Wenn Sie sich mit der grundlegenden Sexting-Etiquette vertraut gemacht haben, können Sie das nächste Level erklimmen – sexy Texting für Profis! Hier gilt, wie bei allen Liebesdingen: Gute Vorbereitung zahlt sich aus, technisches Wissen und ein paar Trockenübungen wirken oft Wunder!

Heiße Tipps für noch heißere Texte

Der erste Eindruck ist wichtig – das gilt nicht nur für persönliche Treffen, sondern auch für das Sexting. Wir geben erprobte Tipps für einen gekonnten verbalen Aufschlag:

  • gute Rechtschreibung ist sexy: Auf dem Höhepunkt einer heißen Sexting-Session unterläuft jedem einmal ein Fehler – das wird Ihnen auch niemand verübeln